Kommunismus / Sozialismus

Einführende Aspekte

Man muss bei diesem Thema bedenken: Es klingt verbal alles harmlos. Aber die Ausgangslage war alles andere als harmlos. Ungeheures Leid ausgebeuteter Menschen waren der Ausgangspunkt. Und die Kämpfe gegen die Ausbeutung führten ebenfalls zu unaussprechlichen Dimensionen des Leidens.

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Das Wort Kommunismus hat die Bedeutung „Gemeinschaft“ im Hintergrund. Der Kommunismus ist das Ziel, die ideale Gemeinschaft; der Sozialismus ist der Weg auf dieses Ziel hin. Die klare Trennung der Begriffe ist jedoch nicht möglich, da beide mal so, mal so verwendet werden. Es geht ursprünglich darum, dass alle alles gemeinsam haben. Das bedeutet allerdings, dass Freiheitsrechte des Einzelnen zugunsten des Gemeinwohls eingeschränkt werden. Das bedeutet zum Beispiel auch, dass Privateigentum abgelehnt wird. Es geht um Wirtschaft, es geht darum, wie die Ressource Arbeitskraft und die Produktionsmittel wie -stätten allen gleichermaßen zugutekommen. Man redet sich als Genosse/Genossin an, duzt sich, um zu signalisieren, dass schon jetzt alle auf der gleichen Stufe stehen. (Wie Christen sich mit Bruder und Schwester anreden. Ein Arbeiterlied Lied beginnt so: Brüder, zur Sonne zur Freiheit…)

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Die Situation des Proletariats war verheerend. Dieses Wort bezeichnete und bezeichnet die Menschen, die nichts besaßen und von Arbeit abhängig waren. Es geht um die Armen, die Verelendeten, Ausgebeuteten (um die gebräuchlichen kommunistischen Formulierungen zu verwenden), die man traditionell übergangen bzw. als Gefahr für die gehobene Gesellschaftsschichten und damit auch für den Staat wahrnahm. Manche Menschen waren sehr reich, lebten in immensem Überfluss, die Kapitalisten bzw. die Bourgeois. Andere dagegen verkauften ihre Arbeitskraft, mussten ihr Leben irgendwie fristen, die Proletarier bzw. Pauperisierten (Armen). Wenn sie in Fabriken gearbeitet haben, sich kaputt gearbeitet haben, wurden sie entlassen und andere bekamen die Stelle. Es gab keinerlei soziale Absicherung. Das Problem wuchs vor allem in den Städten. In der Hoffnung, Arbeit und Geld zu bekommen, zogen die Menschen vom Land in die Stadt, es entstanden Armutsviertel voller entwurzelter Menschen, Kinder waren unterversorgt, lungerten in den Straßen herum, starben an Krankheiten und an den Folgen von Misshandlungen.

Bund der Geächteten / Gerechten, Marx und Engels

Es haben sich Gruppen unterschiedlichster Tendenzen gebildet: ganz radikale bis hin zu weniger radikalen, die dem Proletariat beistehen wollten. Deutsche gründeten ab 1836 in Paris den „Bund der Geächteten“, später den „Bund der Gerechten“. Sie hatten das Ziel, die Verhältnisse in Deutschland umzustürzen, gegen Unterdrückung der Menschen, es ging um die Befreiung des Proletariats. Karl Marx (1818-1883) und sein Finanzier, Gesinnungsgenosse und Mitdenker Friedrich Engels (1820-1895) haben diesen Bund dann zum „Bund der Kommunisten“ umbenannt und bekamen den Auftrag, das Kommunistische Manifest zu formulieren. Beide versuchten das Elend einmal philosophisch zu ergründen und zum anderen Wege aufzuzeigen, mit deren Hilfe man dieses Elend abschaffen kann. Sie haben diese Ansätze zu einem einheitlichen materialistischen Weltbild zusammengeführt, dem Marxismus. Nicht Gott treibt die Geschichte an, auch nicht die Idee, das Denken. Nicht das Bewusstsein des Menschen bestimmt die Gesellschaft, sondern die Gesellschaft das Bewusstsein des Menschen. Die Grundlage der Geschichte ist der Kampf der Armen gegen die Besitzenden – die Unterdrückung der Menschen durch die Besitzenden. Das zu erreichende Kampf-Ziel ist die Utopie, dass alle Menschen gleich viel Geld und Einfluss haben, keiner muss hungern, keiner muss sein Leben für die Arbeit – das heißt für die Industriellen, die Kapitalisten, den Bourgeois – geben, jeder Mensch gehört sich selbst. Es gibt keinen Besitz mehr, alle besitzen gleichermaßen alles. (Als Grundlage der Utopie: Apostelgeschichte 4,32-37 – nur ohne Gott.) Der negative, abwertende Begriff wurde zu einem stolzen Kampfbegriff: Proletarier aller Länder vereinigt euch. (So beendet Marx das Kommunistische Manifest; heute wurde das stolze Wort wieder verächtlich gemacht: der Prolet, der Proll wurde wieder zu einem Begriff, der Menschen abwertet.)

Karl Marx veröffentlichte das Kommunistische Manifest im Jahr 1848 und im gleichen Jahr wurde die Diakonie (die damals allerdings noch nicht so hieß) gegründet, die viele soziale Aktionen der evangelischen Kirche bündeln sollte. Das heißt: Nicht allein Marx machte sich Gedanken darüber, wie man das Elend bekämpfen kann. Während allerdings die Diakonie das mit Hilfe der reichen Industriellen erreichen wollte, mit deren Kapital, mit dem Versuch, sie zum Umdenken zu bewegen (Johann Hinrich Wichern [1808-1881] setzte sich nicht nur philosophisch für Verarmte ein, sondern tatkräftig, ebenso der katholische Bischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler [1811-1877]), wollte Marx das gegen die Industriellen erreichen: Der Traum von Karl Marx bestand darin, dass eben die Kapitalisten gestürzt werden würden. Mit den Kapitalisten auch die Kirchen, da die Kirchen, die politischen und wirtschaftlichen Herrscher gemeinsam das Proletariat, so Marx, unterdrückten.

Die Ideen, die Marx entwickelt hatte, fielen auf fruchtbaren Boden. Überall gab es – nicht nur wegen Marx – sozialistische Aktivisten, die das Proletariat dazu brachten, sich gegen die ungerechten Zustände zu wehren. Es flammten immer mal wieder massive Auseinandersetzungen und Kämpfe auf, auch brutal bekämpft von den jeweiligen Herrschern. Aber auch innerhalb der Kommunisten/Sozialisten gab es Unterschiede: die Radikalen wollten gewaltsam alles ändern, die „Reformierten“ wollten schrittweise die schlimme Situation der armen Menschen verändern Zum Beispiel: Ferdinand Lassalle (1825-1864). Der materialistische Ansatz war mehr oder weniger allen gemeinsam. Wobei sich dann im Laufe der Zeit die Sozialdemokratie vom strengen Marxismus löste und auf demokratischem Wege einen Sozialstaat anstrebte. (Entsprechend waren auch die Ansichten der gemäßigten SPD und der extremen, Gewalt bereiten Kommunistin Rosa Luxemburg [1871-1919] zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer angespannter.)

Russland: Lenin, Trotzki, Stalin

Die strenge marxistische Bewegung ließ sich auch nicht mehr aufhalten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es große Unruhen im Russischen Reich. Unterstützt von der Preußischen Regierung, die Russland schwächen wollte, fuhr ein russischer Flüchtling, der in der Schweiz lebte, nach Russland: Wladimir Iljitsch Lenin (1870-1924). Durch seine Redegewalt peitschte er Menschen gegen Anhänger des schon in der Oktoberevolution 1917 gestürzten zaristischen Regimes bzw. denen, die nicht kommunistisch dachten, auf. Er organisierte mit seinen Anhängern (den Bolschewiki – später: „Kommunistische Partei Russlands“) gewaltsame Unruhen und „die Roten“ übernahm die Macht. Letztlich besiegte das marxistisch-leninistische Proletariat – natürlich auch mit vielen, die eigentlich nicht dazu gehörten – die Weißen Armeen (also diejenigen, die nicht den roten Extremismus wollten).  Ein großes Blutbad begann, die Sowjetunion wurde gegründet. Die Kommunisten der Sowjetunion spalteten sich in unterschiedliche Gruppen, so eine um Leo Trotzki (1879-1940). Er war derjenige, der Lenin zur Macht verhalf, dann aber einige Zeit nach Lenins Tod wegen abweichender Meinung durch Stalin im Exil umgebracht wurde. Josef Stalin (1878-1953) übernahm dann nach Lenin die Herrschaft und kreierte den Marxismus-Leninismus. Das Blutbad ging weiter. Menschen wurden in Gulags verfrachtet, in Arbeitslager. Das, was unter den Nationalsozialisten die KZ waren, war unter dem Sowjetkommunismus der Gulag. Es gab freilich Unterschiede, aber was die Menschenverachtung betraf, sind sie wohl kaum zu unterscheiden: Gegner galt es zu vernichten – auch wenn die Gegner eigentlich gar nicht so richtig wussten, warum sie Gegner sein sollten.

Spanien und Deutschland

In Spanien siegten eher linksgerichtete Republikaner in einer Wahl. Sie konnten das zerrissene Land nicht befrieden – im Gegenteil verschärfte sich unter deren Herrschaft die Situation massiv, es kam zu Aufständen. 1936 bekam die kommunistische Volksfront die Macht. Dagegen putschten rechtsgerichtete Gruppen unter Francisco Franco. Es begann 1936-1939 ein blutiger weltanschaulicher Kampf: Die Kommunisten wurden von der kommunistischen Sowjetunion unterstützt, darunter auch einer (kommunistischen) Internationalen Brigade von bis zu 25.000 Kämpferinnen und Kämpfern (auch aus Deutschland), die rechtsgerichteten Gruppen wurden von faschistischen Staaten (Mussolini: Italien, Hitler: Deutschland) unterstützt. Letztlich konnten die faschistischen Gruppen die Kommunisten besiegen. (Demokratisierungsprozess begann erst nach dem Tod von Franco 1975.)

Man muss bedenken: Nationalsozialisten und Kommunisten bekämpften sich in Deutschland gegenseitig als extremistische Konkurrenz-Gruppen massiv. Die Nationalsozialisten haben das Wort „Sozialismus“ im Namen. Ihr Ziel war es, eine Art Sozialismus auf nationaler Ebene umzusetzen: manche der NS-Führung (Goebbels: „Warum sind wir Sozialisten?“) bzw. der Vordenker waren vorher dem Sozialismus bzw. der kämpfenden Arbeiterschaft (dem Proletariat) zugeneigt. Manche im Volk dachten auch, es sei nationaler Sozialismus, es würden Gleichheit (Gemeinnutz vor Eigennutz; Verstaatlichung von Firmen) und Gemeinschaft hergestellt werden (so dachte zumindest die junge Sophie Scholl), eine Art Volks-Sozialismus, der Begriff Volks-Genosse gibt das wieder wie auch die rote Fahne (allerdings mit einer weißen Scheibe und einem schwarzen Hakenkreuz statt gelbem Hammer und Sichel versehen). Von Katholiken wurde der Nationalsozialismus als Bolschewismus unter nationalem Vorzeichen bezeichnet. Das alles wird heute eher so interpretiert, als wäre sozialistische Begrifflichkeit von Nationalsozialisten nur verwendet worden, um unter Arbeitern Anhänger zu bekommen.

Sowjetunion nach 1945

Nach 1945, nachdem das nationalsozialistische Deutschland besiegt worden war, übernahm die Sowjetunion unter Stalin viele osteuropäische Staaten und sie wurden Teil des sowjet-kommunistischen Warschauer Paktes (als Gegenpart zur Nato). Weltweit unterstützte die Sowjetunion Bestrebungen anderer Kommunisten, die Revolution durchzusetzen. Es begann der Kalte Krieg, das heißt weltweit versuchte die Sowjetunion den Kommunismus durchzusetzen – der Westen versuchte diese Versuche zu bekämpfen. So gab es überall so genannte Stellvertreterkriege: die von der Sowjetunion unterstützten Befreiungsbewegungen versuchten die alten Regime zu stürzen, der Westen versuchte, sie zu verteidigen. In Afrika, in Süd- und Mittelamerika. Viele Länder leiden heute noch darunter (Mozambique, Angola, mittelamerikanische Länder). Arabische Staaten entwickelten eine Art Arabischen Sozialismus.

China

Massive Bedeutung bekam der Kommunismus dann, als in der so genannten Kulturrevolution („Große Proletarische Kulturrevolution“) Mao Zedong (1893-1976) in China in einem blutigen Aufstand die alten Zustände wegfegte und sein kommunistisches Regime installierte (1966-1976). Zig Millionen Menschen wurden ermordet, gefoltert, starben in Arbeitslagern. Mao wurde zur großen kommunistischen Lichtgestalt – auch vieler, die sich im Westen dem Sozialismus zuneigten. Auch hier, wie im Zusammenhang des Sowjetkommunismus verschloss man die Augen vor den Gräueln, versuchte sie als notwendig auf den Weg in die heile kommunistische Welt zu verteidigen.

Nachdem die Sowjetunion bis 1991 zusammengebrochen war, wurden auch andere Länder wieder freier. Das war dann die Chance des chinesischen Kommunismus. Dieser verbreitet sich aus wirtschaftlichen Gründen weltweit aus, vor allem in Ost Afrika. Da geht es allerdings im Augenblick – soweit ich sehe – nicht so sehr um die Etablierung „eines“ Kommunismus, sondern darum, Länder wirtschaftlich an China zu binden. Nach eigenem Selbstverständnis gibt es heute noch folgende kommunistische Länder: China, Vietnam, Laos, Nordkorea, Kuba; in Venezuela wird gegen den Widerstand großer Teile der Bevölkerung versucht, ein solches zu etablieren. Was zu immenser Armut des reichen Landes führte. Vor allem in Südamerika brodelt es noch mit Blick auf kommunistische Ideale.

Chinesische Christen sehen sich vielfach als Kommunisten / Sozialisten – allerdings sehen sie das Christentum als den wahren Sozialismus an. Denn das soziale Engagement gehört zum christlichen Glauben dazu.

Kirchen und der Kommunismus/Sozialismus

Ein großer Gegner des Kommunismus waren die Kirchen. Seit Marx. Sie wurden mit allen Mitteln bekämpft. Das nicht nur, weil die Kirchen die Herrscher unterstützten bzw. die Kapitalisten, sondern auch darum, weil sie der materialistischen Utopie den Glauben an Gott entgegensetzten.

O-Ton Karl Marx: „Die sozialen Prinzipien des Christentums haben die antike Sklaverei gerechtfertigt, die mittelalterliche Leibeigenschaft verherrlicht und verstehen sich ebenfalls im Notfall dazu, die Unterdrückung des Proletariats, wenn auch mit etwas jämmerlicher Miene, zu verteidigen. Die sozialen Prinzipien des Christentums predigen die Notwendigkeit einer herrschenden und einer unterdrückten Klasse und haben für die letztere nur den frommen Wunsch, die erste möge wohltätig sein. Die sozialen Prinzipien des Christentums setzen die konsistorialrätliche Ausgleichung aller Infamien in den Himmel und rechtfertigen dadurch die Fortdauer dieser Infamien auf der Erde. Die sozialen Prinzipien des Christentums erklären alle Niederträchtigkeiten der Unterdrücker gegen die Unterdrückten entweder für gerechte Strafe der Erbsünde und sonstigen Sünden oder für Prüfungen, die der Herr über die Erlösten nach seiner unendlichen Weisheit verhängt. Die sozialen Prinzipien des Christentums predigen die Feigheit, die Selbstverachtung, die Erniedrigung, die Unterwürfigkeit, die Demut, kurz alle Eigenschaften der Kanaille, und das Proletariat, das sich nicht als Kanaille behandeln lassen will, hat seinen Mut, sein Selbstgefühl, seinen Stolz und seinen Unabhängigkeitssinn noch viel nötiger als sein Brot. Die sozialen Prinzipien des Christentums sind duckmäuserig, und das Proletariat ist revolutionär.“ http://www.vulture-bookz.de/marx/archive/quellen/Marx~Die_sozialen_Prinzipien_des_Christentums.html

Wie erkennbar versuchte man, sich gegen das soziale Engagement der Kirchen zu profilieren. Wobei allerdings auch zu sagen ist: Die Kirchen haben vielfach nicht sozial gehandelt – im Gegenteil. Das ist große Schuld, die Kirchen in der Geschichte auf sich geladen haben. Der Kommunismus/Sozialismus hat auch den institutionalisierten Kirchen wieder die Augen für die soziale Botschaft Jesu geöffnet.

Aber: Dieser heftige Kampf gegen die Kirchen in der Sowjetunion, in Spanien, in China in dem unzählige wehrlose Glaubende im wahrsten Sinn des Wortes abgeschlachtet wurden, in Lagern unmenschlich behandelt wurden, Kirchengebäude eingerissen wurden, religiöse Gegenstände und Kunst verachtet und vernichtet wurden –  brachte die Kirchen im Westen dazu, sich auf die Seite der Faschisten zu schlagen, weil man hoffte, die Glaubenden dadurch schützen zu können – allerdings ging es freilich auch um Macht und Gewohnheit.

Einzelne Christen versuchten mit der Reich Gottes-Botschaft Jesu im Sinn, dieses Reich Gottes schon auf Erden zu errichten. Insofern konnten sie sich auch mit gemäßigtem Sozialismus/Kommunismus verbinden. (Es sei angemerkt, dass auch jüdische Kibbuzim versuchten, das sozialistische Ideal umzusetzen: Allen gehört alles. Christliche Klöster haben sowieso diese Grundlage.)

Nach 1945 haben sich auch Menschen in Kirchen offener gegenüber dem Kommunismus/Sozialismus gezeigt – obgleich in den kommunistischen Ländern Christen massiv verfolgt wurden. In den Kirchen gab es Strömungen, die die unterschiedlichen Formen des Kommunismus unterstützten. Die einen wandten sich – wie in der deutschen Gesellschaft auch – dem Sowjetkommunismus zu, andere später dem chinesischen. Die so genannte Mao-Bibel war überall zu haben, viele hatten sie in ihren Hosentaschen. Wieder andere sahen in all diesen kommunistischen Ländern den Kommunismus verraten, und bewunderten Enver Hodscha (1908-1985) aus Albanien. Viele arbeiteten mit gemäßigten Sozialisten zusammen, wieder andere versuchten einen eigenständigen christlichen Sozialismus zu entwickeln (so zum Beispiel in Südamerika die Theologie der Befreiung, der Ökumenische Rat der Kirchen hat sich stark auf die sowjetische orthodoxe Kirche eingelassen, die dann vom Staat zugelassen wurde, eben um im Westen die Kirchen kommunistisch zu beeinflussen).

Ausblick

Auch wenn kommunistische Staaten vielfach zurückgedrängt wurden, weil Menschen frei sein wollen, der Ansatz ist vielfach noch da und auch wichtig: der unideologische Versuch, sozial zu sein, der Versuch, möglichst den armen Menschen eines Landes zu helfen – und das gemeinsam mit dem kirchlichen sozialen Engagement.

Immer wieder bricht allerdings der ideologische Versuch durch, das heißt, dass das enge Weltbild des Kommunismus sich durchzusetzen versucht: gegen Glauben (Religionsfreiheit), gegen den Menschen als Individuum, damit gegen Privateigentum, gegen Meinungsfreiheit usw.

So lange Menschen unter ungerechter Wirtschaft leiden, daran leiden, dass manche unermesslich Besitz haben, andere sich nicht einmal das Nötigste besorgen können, so lange werden Sozialismus/Kommunismus ihren Reiz haben, die Gesellschaft zu verändern. Manchmal – in seiner extremen Form – gegen den christlichen Glauben, manchmal – in seiner sozialen Form – mit christlichem Glauben.